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Wo waechst der deutsche Gen-Mais? Greenpeace veroeffentlicht aktuelle Standort-Karte (25.01.2006 15:34 Uhr)

Hamburg 25. 1. 2006 - Eine Uebersichtskarte zu den geplanten Standorten von gentechnisch manipuliertem Mais in Deutschland veroeffentlicht Greenpeace heute in Hamburg. Fuer den diesjaehrigen Anbau der umstrittenen Saaten haben Landwirte bis heute, 14.30 Uhr, 1357 Hektar an 108 Standorten beantragt. Die meisten Anbauflaechen liegen wie im vergangenen Jahr in Brandenburg (821 Hektar). Die Karte wird laufend aktualisiert und kann auf der Greenpeace Homepage abgerufen werden.

Die Grafik basiert auf Informationen des oeffentlichen Standortregisters des Bundesamtes fuer Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Hier muessen sich Gen-Bauern drei Monate vor der Aussaat registrieren. "In seiner gegenwaertigen Form schafft das Standortregister Transparenz und Handlungsspielraum", sagt Alexander Hissting, Landwirtschaftsexperte von
Greenpeace. "Konventionell oder oekologisch wirtschaftende Landwirte
koennen sich vor Gen-Saaten schuetzen. Lebensmittelhersteller koennen entscheiden, aus welchen Regionen sie ihre gentechnikfreien Rohstoffe beziehen wollen."

Diese Wahlfreiheit ist nach dem Willen von Verbraucherminister Horst
Seehofer in Gefahr: In einer fuer dieses Jahr geplanten
Gentechnikgesetz-Novelle soll das Standortregister nur noch eingeschraenkt zugaenglich sein. "Verbraucherminister Horst Seehofer hat erstmals den unbeschraenkten kommerziellen Anbau von Gen-Mais freigegeben. Jetzt plant er, die Anbauflaechen zu verstecken", kritisiert Alexander Hissting, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace.

Mais wird in Deutschland ueberwiegend zu Silage verarbeitet und an Kuehe verfuettert. Auch wenn es sich um Gen-Mais gehandelt hat, traegt die so erzeugte Milch keinen Hinweis, dass bei ihrer Herstellung Gentechnik im Spiel war. Mit dem Kauf einiger Milchprodukte muessen Verbraucher so ungewollt den Anbau von Gen Pflanzen unterstuetzen. Greenpeace fordert
deshalb Lebensmittelhersteller und Molkereien wie Mueller-Milch und
Campina/Landliebe auf, mit den zuliefernden Landwirten eine Tierfuetterung ohne Gen-Pflanzen zu vereinbaren.

"Der Markt hat die Macht, Nein zu sagen", sagt Alexander Hissting. "Bio-Lebensmittel werden in Deutschland immer beliebter, Gen-Food lehnen die meisten Verbraucher hingegen ab. Der Lebensmittelmarkt der Zukunft ist gentechnikfrei."

Der in Deutschland angebaute Gen-Mais produziert ein Gift, das auf Schaedlinge wie den Maiszuensler toedlich wirkt. Das Bt-Gift kann jedoch auch geschuetzte Insekten schaedigen und sich im Boden anreichern. Die Schweiz, Oesterreich, Ungarn, Griechenland und Polen haben den Anbau des Gen-Maises bereits verboten. Weltweit kaempft Greenpeace gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen, da sie Oekosysteme und die gentechnikfreie Landwirtschaft zerstoeren koennen. Risiken fuer die menschliche Gesundheit sind noch weitgehend unerforscht.

Quelle: http://www.greenpeace.org

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