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Kosten durch Wetterextreme drohen zu explodieren (15.02.2006 11:12 Uhr)

Belastungen koennen auf bis zu 1500 Euro pro Kopf ansteigen

Hamburg 15.2.2006 - In der zweiten Haelfte dieses Jahrhunderts koennten die Kosten fuer Wetterextreme aufgrund des weltweiten Klimawandels in Deutschland explodieren. Jeder Buerger, so eine Abschaetzung von Greenpeace, muesste dann jaehrlich bis zu 1500 Euro zusaetzlich fuer die Folgen des Klimawandels zahlen. Greenpeace stuetzt sich bei dieser Hochrechnung auf Zahlen des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung "Globale Umweltveraenderungen" (WBGU), der bei einer um zwei Grad Celsius hoeheren globalen Temperatur Belastungen der Volkswirtschaft von drei bis fuenf Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) annimmt. Aus Anlass des ersten Jahrestages des Klimaschutz-Abkommens von Kyoto haben die Umweltschuetzer errechnet, dass das nach heutigem Stand 870 bis 1500 Euro pro Jahr fuer jeden waeren, vom Saeugling bis zum Rentner.

"Wie viel Klimazerstoerung wollen wir zulassen, bevor wir endlich auf die Bremse treten und das laengst Ueberfaellige tun: endlich Energie aus sauberen, erneuerbaren Energiequellen sinnvoll nutzen", sagt Greenpeace Klimaexpertin Gabriela von Goerne. Kamen in den Jahren 1990 bis 2000 "nur" sieben Euro Folgekosten auf jeden deutschen Buerger jaehrlich zu, stieg dieser Wert in den folgenden fuenf Jahren nach Greenpeace-Berechnungen bereits auf etwa 24 Euro pro Einwohner und Jahr.

Ob die Orkane Anatol und Lothar in 1999, das Elbe-Hochwasser in 2002 oder die Ueberschwemmungen in Bayern in 2005 - Deutschland spuert bereits heute die Folgen des Klimawandels. Waehrend Sueddeutschland immer haeufiger mit Starkregen und Hochwassern kaempft, koennten im Norden flachliegende Kuestenregionen kuenftig im Wasser versinken. Die maximalen Sturmwasserstaende sollen nach aktuellen Klimaprognosen bis 2100 um bis zu 70 Zentimeter ansteigen. Der Meeresspiegel steigt schneller als urspruenglich angenommen. Zunehmender Wind drueckt die Wassermassen auf die Deiche. "Wir unterschaetzen immer wieder die extremen Kraefte von Wind und Wellen und die verheerenden Folgen extremer Naturereignisse. Sturmfluten stellten zwar schon frueher eine Bedrohung fuer unsere Kuesten dar - in Zukunft kann diese Bedrohung durch extreme Sturmfluten in Folge des Klimawandels jedoch noch weitaus dramatischer ausfallen", sagt von Goerne.

Die Erhoehung der Deiche ist eine notwendige Antwort, noch wichtiger aber ist die Bekaempfung der Ursachen - das masslose Verbrennen von Kohle, Oel und Gas. Dies hat bereits heute zur Aufheizung des Planeten um durchschnittlich 0,8 Grad Celsius im Vergleich zur Zeit vor der Industriellen Revolution gefuehrt. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, endlich Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel zu uebernehmen und den Ausstoss klimaschaedlicher Treibhausgase massiv zu reduzieren. Die Industrielaender muessen ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 Prozent zurueckschrauben. Fuer die Europaeische Union heisst das: minus 30 Prozent bis zum Jahr 2020.

Quelle: http://www.greenpeace.org

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