Gen-Mais spaltet Molkereibranche (22.03.2006 11:26 Uhr)
Gen-Mais spaltet Molkereibranche
Greenpeace veroeffentlicht aktuelle Umfrage vor Anbausaison
Hamburg, 22. 3. 2006 - Erstmals distanzieren sich sieben Molkereien von dem umstrittenen Gen-Mais-Anbau in Deutschland, darunter Ehrmann und Berchtesgadener Land. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Greenpeace-Umfrage bei Milchunternehmen zur bevorstehenden Anbausaison. Der Umfrage zufolge schliessen aber neun der zehn groessten deutschen Molkereien, darunter Marktfuehrer wie Campina/Landliebe und Mueller-Milch, den Anbau von Gen-Mais und seine Verfuetterung an Milchkuehe bei ihren Vertragslandwirten nicht aus.
Ab April wollen Landwirte und Forschungseinrichtungen auf etwa 1900 Hektar Gen-Mais in Deutschland anbauen. Das sind 0,1 Prozent der deutschen Maisanbauflaeche. "Der Anteil an Gen-Mais in Deutschland wird so gering sein, dass der Verzicht in der Kuh-Fuetterung ein Kinderspiel ist", sagt Alexander Hissting, Gentechnik-Experte von Greenpeace. "Es ist voellig unverstaendlich, dass die grossen Molkereien nicht mal diesen kleinen Schritt tun wollen. Damit ignorieren sie stur den Wunsch der Verbraucher nach Milchprodukten ohne Gen-Fuetterung." Greenpeace fordert Lebensmittelhersteller und Molkereien auf, mit den zuliefernden Landwirten eine Tierfuetterung ohne Gen-Pflanzen zu vereinbaren.
Von den sieben Molkereien, die Gen-Mais vermeiden wollen, verzichten sogar drei Firmen vollstaendig auf Gen-Pflanzen im Futtertrog der Milchkuehe. Berchtesgadener Land, Andechser Molkerei und die Uplaender Bauernmolkerei haben dies mit ihren Landwirten vereinbart. Auf Gen-Mais verzichten Ehrmann, Gropper, Meierei Trittau und die Molkereigenossenschaft Hohenlohe-Franken. Laut der Greenpeace-Umfrage unternehmen folgende Firmen nichts gegen den Anbau von Gen-Mais: Nordmilch, Hochwald, Mueller Milch, Campina/Landliebe, MUH, Omira, BMI, Ammerland und Goldsteig. Die Humana Milchunion will sich zwar im Einzelfall bei ihren Landwirten gegen Gen-Mais einsetzen, dies aber nicht verbindlich regeln.
Campina/Landliebe erklaert, dass bereits letztes Jahr zwei ihrer Landwirte Gen-Mais angebaut haben. Angeblich soll er aber nicht an die Milchkuehe verfuettert werden. "Campina faehrt einen absurden Schlingerkurs", wirft Hissting dem Molkereikonzern vor. "Anbau von Gen-Mais ja, Fuetterung nein? Davon kann Campina niemanden ueberzeugen."
Mais wird in Deutschland ueberwiegend zu Silage (Gaerfutter) verarbeitet und an Kuehe verfuettert. Auch wenn Gen-Mais im Futtertrog landet, muss die so erzeugte Milch keine entsprechende Kennzeichnung tragen. Mit dem Kauf der meisten Milchprodukte muessen Verbraucher daher ungewollt den Anbau von Gen-Pflanzen unterstuetzen.
Der auch in Deutschland angebaute Gen-Mais MON810 der Firma Monsanto produziert ein Gift, das auf Schaedlinge wie den Maiszuensler toedlich wirkt. Das Bt-Gift kann jedoch auch geschuetzte Insekten schaedigen und sich im Boden anreichern. Die Schweiz, Oesterreich, Ungarn, Griechenland und Polen haben den Anbau des Gen-Maises bereits verboten.
Quelle: http://www.greenpeace.org
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