Auch McDonald's verantwortlich fuer Urwaldzerstoerung (06.04.2006 10:53 Uhr)
Auch McDonald's verantwortlich fuer Urwaldzerstoerung
Trend zu billigem Fleisch beschleunigt Zerstoerung am Amazonas
Muenchen, 6. 4. 2006 - Vor der europaeischen Umwelt-Abteilung (Environment
Department) der Fastfood-Kette McDonald's in Muenchen-Forstenried haben 25 Greenpeace-Aktivisten heute ein Schulungscenter fuer Urwaldschutz eroeffnet. Mit Vortraegen und Filmen wollen sie die McDonald's-Mitarbeiter ueber die Zerstoerung des Amazonasgebietes schulen. Greenpeace macht McDonald's mitverantwortlich fuer die rasante Vernichtung der Urwaelder in Brasilien und die Verletzung der Menschenrechte in der Soja-Landwirtschaft. Zeitgleich veroeffentlicht Greenpeace weltweit einen aktuellen Report unter dem Titel "Eating up the Amazon (Wir essen Amazonien auf)". Er zeigt, wie grosse Agrarkonzerne den wichtigsten Urwald des Planeten zerstoeren und das Angebot von billigem Fleisch in Europa diese Urwaldvernichtung anheizt.
Diesmal geht es nicht um die Rinderzucht im Urwald, sondern um den Anbau von Soja, mit dem Rinder, Schweine und Huehner gefuettert werden, bevor sie als Fleischklops enden. Zum Anbau von Soja-Bohnen werden in den verbliebenen Regenwaeldern am Amazonas riesige Flaechen abgefackelt, auf denen dann auf grossen Farmen die eiweissreichen Bohnen angebaut werden.
Greenpeace hat durch die Auswertung von Satellitenbildern und durch Recherchen im Amazonas-Gebiet, die Schritte von der Urwald-Zerstoerung bis hin zu Gefluegelprodukten wie Chicken McNuggets von McDonalds dokumentiert.
"In Sachen Urwaldschutz braucht McDonald's dringend Nachhilfe. Der Konzern verschliesst die Augen vor einem riesigen Skandal: McDonald's kauft Huehnerfleisch von Firmen, die in Brasilien an illegaler Brandrodung und Soja-Landwirtschaft mit Sklavenarbeitern gut verdienen", sagt Denise Voelker, Wald-Expertin bei Greenpeace. "Wir fordern McDonald's auf, ab sofort sicher zu stellen, dass der Verzehr ihrer Produkte nicht den Amazonas-Urwald zerstoert." Allein McDonald's Deutschland verarbeitet pro Jahr ca. 24.000 Tonnen Huhn und 36.000 Tonnen Rind.
Die Soja-Monokulturen dringen immer weiter in den letzten grossen Regenwald des Planeten vor. Die Brandrodung fuer die Felder gefaehrdet das Weltklima und vernichtet den Lebensraum der indigenen Voelker, der Pflanzen und Tiere in den brasilianischen Bundesstaaten Mato Grosso und Pará. 1,2 Millionen Hektar ehemaliger Regenwald-Flaechen sind schon mit Soja-Feldern ueberzogen. Die Soja-Farmer eignen sich das Land oft illegal an. Nach der Brandrodung kommen haeufig Sklaven zum Einsatz: Entrechtete Menschen, die in abgelegenen Regionen wie Arbeitsvieh gehalten werden. Sie muessen oft bis zu 16 Stunden am Tag arbeiten und hausen unter Plastikplanen. Die Agrarkonzerne Cargill, Bunge, ADM und Maggi sind massgeblich an diesem Geschaeft beteiligt. McDonald's bezieht Gefluegelfleisch der Cargill-Tochter Sun Valley.
Schon im Jahr 2000 war McDonald's das Ziel von Greenpeace-Protesten. Damals ging es darum, dass die Huehner fuer die Chicken McNuggets mit Gen-Soja gefuettert wurden. McDonald's sicherte darauf hin Greenpeace und den Verbrauchern zu, auf "gentechnisch veraenderte Bestandteile” im Huehner-Futter zu verzichten. Doch dies war eine Luege. Dem Futter fuer die Huehner ist genmanipuliertes Sojaoel beigemengt.
Quelle: http://www.greenpeace.org
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