BASF verdient auf Kosten der Gesundheit (09.05.2006 08:21 Uhr)
BASF verdient auf Kosten der Gesundheit
Greenpeace demonstriert vor BASF-Hauptversammlung fuer mehr Schutz vor Chemikalien
Mannheim, 4. 5. 2006 - Unter dem Motto "Meine Milch soll sauber bleiben!" demonstriert Greenpeace heute auf der BASF-Jahreshauptversammlung mit stillenden Muettern gegen die Belastung von Muttermilch mit gefaehrlichen Chemikalien. Vor dem Kongresszentrum Rosengarten haben die Aktivisten eine drei Meter hohe Nuckelflasche aufgebaut mit der Aufschrift "Kein BASF-Gift in Muttermilch". Der weltgroesste Chemiekonzern ist einer der fuehrenden Hersteller von gesundheitsschaedlichen Phthalaten (Weichmachern), die unter anderem in Regenkleidung, T-Shirts, Kosmetik, Kontaktlinsen, Duschvorhaengen, Infusionsschlaeuchen und Farben eingesetzt werden. In den Koerper gelangen Phthalate ueber die Atmung, die Nahrung und die Haut. Greenpeace fordert die BASF auf, die Produktion dieser Stoffe zu stoppen. Der Konzern soll auch seinen Widerstand gegen eine verbraucherfreundliche Chemikalienpolitik in der EU aufgeben.
"Giftige Chemikalien der BASF lassen sich in der Muttermilch, im Blut und sogar am Ursprung des Lebens, in der Nabelschnur, nachweisen", sagt Ulrike Kallee, Chemie-Expertin von Greenpeace. "Die BASF treibt ein falsches Spiel mit den Aktionaeren. Auf der Hauptversammlung ruehmt Sie sich ihrer Rekordumsaetze. Dabei verschweigt sie, dass sie das Geld auf Kosten unserer Gesundheit verdient."
Messungen von Muttermilchproben haben in Deutschland Rueckstaende von bis zu 160 Mikrogramm des BASF-Phthalats DEHP pro Kilogramm Koerpergewicht ergeben. Ein drei Monate altes Baby nimmt damit viermal mehr DEHP zu sich, als das Bundesinstitut fuer Risikoberwertung fuer akzeptabel haelt. Neue Studien zeigen, dass DEHP auch die Fruchtbarkeit von Maennern schaedigen und zu Wucherungen der Gebaermutterschleimhaut fuehren kann.
Die geplante EU-Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) bietet die einmalige Chance, die Herstellung und Vermarktung von gesundheitsschaedlichen Chemikalien zu beenden. Doch die heute von Greenpeace veroeffentlichte Studie "Toxic Lobby - How the chemicals industry is trying to kill REACH" ("Die Giftlobby - Wie die Chemieindustrie REACH verhindern will") zeigt, dass die einflussreiche Chemieindustrie - allen voran die BASF - REACH in Bruessel massiv bekaempft.
Als Hauptargument gegen REACH fuehrt die BASF die Kosten der Chemikalienreform an. Dabei erzielte die BASF im Jahr 2005 einen Umsatz von ueber 42,7 Milliarden Euro, ein Anstieg um 14 Prozent. Zum Vergleich: REACH kostet die gesamte europaeische Chemieindustrie etwa 200 Mio Euro jaehrlich ueber die naechsten elf Jahre. REACH entspricht also nicht einmal 0,5 Prozent des Jahresumsatzes der BASF. Den gesellschaftlichen Nutzen von REACH schaetzt die EU-Kommission dagegen auf mindestens 50 Milliarden Euro.
Quelle: http://www.greenpeace.org
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