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Waende des Todes in der Tiefsee (18.05.2006 09:24 Uhr)

Waende des Todes in der Tiefsee
Greenpeace protestiert mit Grundschleppnetz auf dem Schlossplatz

Dresden, 17. 5. 2006 - Mit einem 70 Meter breiten, 15 Meter hohen und 40 Meter tiefen Original- Grundschleppnetz protestieren Greenpeace-Aktivisten heute auf dem Schlossplatz in Dresden gegen die sinnlose Zerstoerung der Tiefsee. Mit solchen Grundschleppnetzen werden zum Beispiel Rotbarsch und Blauleng gefangen; die dabei genutzten Schleppnetze sind oft bis zu dreimal so gross wie das hier praesentierte. Eine Fotoausstellung in dem Netz dokumentiert den Artenreichtum in grosser Tiefe und wie rasant er durch die
Grundschleppnetz-Fischerei vernichtet wird. Greenpeace fordert ein
Moratorium, ein Sofortverbot der Grundschleppnetz-Fischerei auf der Hohen See. Das Grundschleppnetz und die Greenpeace-Ausstellung touren seit sechs Wochen durch Europa und wurden bereits in zehn Staedten gezeigt.

"Noch bevor die Tiefsee ueberhaupt erforscht ist, wird sie schon zerstoert" , sagt Iris Menn, Meeresbiologin bei Greenpeace. "Verantwortung dafuer tragen alle EU-Laender, allen voran Fischfangnationen wie Spanien. Ein Grundschleppnetz-Moratorium auf der Hohen See ist die einzige Chance, das wertvolle Leben dort unten fuer die Menschheit zu erhalten." Wie wenig erforscht die Tiefsee immer noch ist, hat die "SOS-Weltmeer"-Expedition von Greenpeace gerade wieder gezeigt. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der
Universitaet der Azoren hat das Greenpeace-Schiff "Esperanza" die
Unterwasserseeberge, die so genannten Seamounts, bei den Azoren untersucht und dokumentiert. Dort entdeckten die Wissenschaftler jetzt eine weitere bisher unbekannte Art, ein frei schwimmendes wirbelloses Meereslebewesen.

Die Artenvielfalt in der Tiefe schaetzen Experten inzwischen auf bis zu zehn Millionen Spezies, vergleichbar mit dem Reichtum der tropischen Regenwaelder. Doch durch die Grundschleppnetz-Fischerei ist diese Vielfalt massiv bedroht. Pro Minute wird hier eine Flaeche von 148 Fussballfeldern durch Grundschleppnetze umgepfluegt. Die Fischtrawler ziehen die riesigen Netze, die mit tonnenschweren Scherrbrettern ausgestattet sind, ueber den Meeresboden. Dabei rasieren sie alles ab, was ihnen im Weg ist - kein Lebewesen hat eine Chance zu entkommen. Rund 300 Schiffe sind derzeit an der Grundschleppnetz-Fischerei auf der Hohen See beteiligt. 60 Prozent davon gehoeren zur Flotte der Europaeischen Union. Spanien haelt den groessten Anteil.

Das Original-Grundschleppnetz und die Tiefsee-Fotoausstellung sind heute und Morgen, Donnerstag, den 18. Mai, von 10 bis 18 Uhr auf dem Schlossplatz zu sehen. Vor Ort informieren Aktivisten ueber die Meeresarbeit von Greenpeace und die "SOS Weltmeer"-Tour der "Esperanza".

Quelle: http://www.greenpeace.org

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