Greenpeace entdeckt illegalen Gen-Reis bei Aldi Nord (12.09.2006 14:31 Uhr)
Langkornreis aus den USA ist mit genmanipuliertem Reis von Bayer
verunreinigt
Hamburg, 11. 9. 2006 - Der bei Aldi Nord erhaeltliche Langkornreis der
Marke Bon-Ri enthaelt nach Untersuchungen im Auftrag von Greenpeace
illegalen, genmanipulierten Reis. Der Reis stammt aus den USA. Der
Hersteller, die Reiskontor Handels GmbH, ist eine Tochterfirma der Euryza
GmbH, die die Reismarken Oryza und Reis-Fit vertreibt. Die Laboranalysen
haben eine Verunreinigung mit dem Gen-Reis Liberty Link (LL) der Bayer AG
ergeben. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um den Gen-Reis LLRice 601,
der in keinem Land fuer den menschlichen Verzehr zugelassen ist und nicht
abschliessend auf Gefahren fuer Gesundheit und Umwelt getestet wurde. Die
US-Behoerden haben die Europaeische Union am 18. August 2006 ueber die
gentechnische Verunreinigungen von Reis in den USA mit LLRice 601
informiert.
"Dieser Skandal zeigt, dass Konzerne wie die Bayer AG ihre Gen-Pflanzen
nicht kontrollieren koennen oder kontrollieren wollen. Der Protest gegen
die Gentechnik auf dem Acker ist daher absolut notwendig, sagt Ulrike
Brendel, Gentechnik-Expertin von Greenpeace." Der Gen-Reis von Bayer wird
in den USA nicht kommerziell angebaut, der LL 601 stand sogar nur bis 2001
auf Versuchsfeldern. Wenn es sich bei unserem Fund um diesen Reis handelt,
waere der Kontrollverlust ueber die Gen-Pflanzen besonders alarmierend.
Greenpeace fordert, den Anbau von Gen-Pflanzen zu verbieten, um
Landwirtschaft und Lebensmittel zu schuetzen.
Die gentechnische Verunreinigung von herkoemmlichem Langkornreis mit LLRice
601 wurde bereits im Januar 2006 entdeckt. Doch die Bayer AG informierte
die US-Behoerden erst im Juli. Die EU erfuhr davon schliesslich am 18.
August 2006. Seit 23. August darf Langkornreis aus den USA nur in die EU
eingefuehrt werden, wenn er nachweislich nicht verunreinigt ist.
Der aktuelle Reis-Fund in Deutschland zeigt, dass die bisherigen Massnahmen
der EU nicht ausreichen. Die EU sollte nach Ansicht von Greenpeace nicht
nur die Kontrollen der Einfuhren verstaerken, sondern alle Reisprodukte
vorerst vom Markt nehmen lassen, die Langkornreis aus den USA enthalten.
"Verbraucher muessen sich darauf verlassen koennen, dass kein illegaler
Gen-Reis bei ihnen im Kochtopf landet, fordert Ulrike Brendel. Ausserdem
sollte die EU dafuer sorgen, solche Skandale fruehzeitig zu verhindern.
Dies ist der zweite Skandal von illegalem Gen-Reis in Lebensmitteln auf dem
europaeischen Markt innerhalb weniger Tage. Greenpeace hat am 5. September
gentechnische Verunreinigungen in chinesischen Reisnudeln aufgedeckt. Die
Reisnudeln wurden in Deutschland, Frankreich und Grossbritannien verkauft.
Mit der Verunreinigung von Reis in den USA knuepft die Bayer AG an eine
Serie frueherer Faelle an. So wies Greenpeace im Mai 2002 in Deutschland
nach, dass sich Gen-Raps von einem Versuchsacker auch auf benachbarte
Felder ausgebreitet hatte. Im April 2002 liess die belgische Regierung
Gen-Raps eines Versuchsfelds und Raps von umliegenden ckern vernichten, da
die Sicherheitsauflagen nicht eingehalten wurden. Im Juni 2005 wurden auch
in Lieferungen von konventionellem Raps aus Australien Verunreinigungen mit
Gen-Raps von Bayer gefunden. Noch immer ist unklar, wie das passieren
konnte.
Quelle: http://www.greenpeace.org
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