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Greenpeace untersucht Blut auf giftige Chemikalien (02.11.2006 14:24 Uhr)

Vier prominente Botschafter setzen sich fuer ein starkes EU-Chemikaliengesetz ein

Hamburg, 1. 11. 2006 - Greenpeace hat im Blut der Schriftstellerin Karen Duve, der Schauspieler Peter Lohmeyer und Ralph Herforth sowie der Greenpeace-Geschaeftsfuehrerin Brigitte Behrens gesundheitsschaedliche Chemikalien nachgewiesen. Die Blutproben wurden auf 55 Chemikalien untersucht, die aus Alltagsprodukten stammen, aber als hormonell wirksam, krebserregend oder erbgutschaedigend gelten. Im Durchschnitt haben die Testpersonen 16 dieser Chemikalien im Blut. Die Belastung durch Chemikalien will die Europaeische Union mit dem Gesetz REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) senken. Doch in Bruessel ist umstritten, ob der von Ärzte- Umwelt,- und Verbraucherschutzverbaenden geforderte Ersatz gefaehrlicher chemischer Stoffe verbindlich vorgeschrieben wird.

"Die Blutproben zeigen, dass giftige Chemikalien viel zu weit in unseren Alltag vorgedrungen sind. Menschen werden zum Endlager fuer diese gefaehrlichen Stoffe", sagt REACH-Sprecherin Corinna Hoelzel von Greenpeace. "Fuer viele Produkte gibt es sichere Alternativen, doch die Industrie produziert weiterhin die Risikochemikalien."

Im Blut der Prominenten hat ein unabhaengiges Labor in den Niederlanden bromierte Flammschutzmittel, Phthalate, perfluorierte Tenside, Organochlorpestizide wie DDT, synthetische Moschusverbindungen und Dauergifte wie polychlorierte Biphenyle gefunden. Die nachgewiesenen Chemikalien reichern sich im Koerper an und finden sich sich in Blut, Gewebe, Muttermilch und sogar am Ursprung des Lebens, in der Nabelschnur.

"Ich lebe auf dem Land, in direkter Nachbarschaft von pestizidspritzenden Bauern, einem Industriegebiet und dem Atomkraftwerk Brunsbuettel", sagt die Schriftstellerin Karen Duve. "Weil wir nicht einfach den Regenschirm aufspannen koennen, um uns vor dem giftigen Zeug zu schuetzen, sind Chemie-Industrie und Politik in der Verantwortung."

Der Schauspieler Peter Lohmeyer fordert mehr Transparenz: "Chemie ist ueberall drin: in Handys, Spielzeug, Outdoor-Jacken, Parfums. Vielleicht haengen meine Allergien mit diesen Chemikalien zusammen. Die Industrie muss endlich alle Informationen offen legen. Meine Kinder sollen gesund aufwachsen." Und Ralph Herforth sagt: "Es ist erschreckend, dass wir aufgrund der finanziellen Interessen von Konzernen und Wirtschaftsverbaenden nach und nach vergiftet werden. Wenn wir eines Tages in die Kiste steigen, wollen uns wahrscheinlich nicht mal mehr die Wuermer fressen, weil unsere Koerper so vergiftet sind."

"Die Europaeische Union darf die Chance nicht vergeben, ein wirksames Chemikaliengesetz auf den Weg zu bringen", sagt Geschaeftsfuehrerin Brigitte Behrens. "Auch die deutsche Bundesregierung muss sich in Bruessel fuer den Ersatz gefaehrlicher Chemikalien mit sicheren Alternativen einsetzen." Mit dieser Forderung und der Bitte um ein persoenliches Gespraech wenden sich die Botschafter fuer eine giftfreie Zukunft auch an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Quelle: http://www.greenpeace.org

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