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Supermaerkte im Pestizid-Vergleich (19.02.2007 10:58 Uhr)

Supermaerkte im Pestizid-Vergleich

Neuer Greenpeace-Test von Obst und Gemuese: Aldi und Lidl haengen Konkurrenten ab

Koeln, 14. 2. 2007 - Die Supermarktketten Kaisers/Tengelmann, Edeka und Rewe verkaufen das am staerksten mit giftigen Pestiziden belastete Obst und Gemuese in Deutschland. Das ist das Ergebnis eines Tests von Greenpeace. In der bisher groessten unabhaengigen Untersuchung von Obst und Gemuese schneiden die Billigketten Lidl und Aldi dagegen am besten ab. Die Ware der drei Schlusslichter weist drei bis fuenf Mal mehr Ueberschreitungen der Grenzwerte auf. Kaufhof, Real und Billa (Rewe Oesterreich) liegen im Mittelfeld. Die Ergebnisse des neuen Supermarkt-Rankings veroeffentlicht Greenpeace heute zusammen mit weiteren Vergleichstests in dem kostenlosen Einkaufs-Ratgeber "Essen ohne Pestizide".

"Die schlechte Nachricht ist: Im Obst und Gemuese der Supermaerkte stecken nach wie vor zu viele Pestizide. Kein Angebot der getesteten Supermaerkte war befriedigend", sagt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace.
"Die gute Nachricht: Weniger Gift im Essen muss nicht teurer sein. Die Discounter Lidl und Aldi haben nach unserem ersten Test im Jahr 2005 viel unternommen, um die Belastung mit Pestiziden zu verringern und haengen jetzt die Konkurrenz ab. Die Handelsketten koennen offenbar sehr schnell auf bessere Ware umstellen, wenn sie nur wollen. Es lohnt sich also, darauf zu achten, wo man einkauft. Uneingeschraenkt empfehlenswert ist allerdings nur Bio-Ware."

Pestizide in Lebensmitteln koennen Hormonhaushalt und Immunsystem beeintraechtigen, Krebs ausloesen oder das Nervensystem schaedigen. Ein Viertel der geprueften Ware bewertet Greenpeace wegen zu hoher Spritzmittelgehalte als "nicht empfehlenswert". Bei Lidl waren es 16 Prozent, bei Tengelmann 34 Prozent der Produkte. Bei 12 Prozent der Proben wurden sogar die gesetzlichen Hoechstmengen erreicht oder ueberschritten.
In zwei Prozent der Proben, vor allem in Trauben und Kopfsalat, stecken so hohe Belastungen, dass ihr Verzehr die Gesundheit von Kleinkindern gefaehrden kann. Zudem wurden haeufig Rueckstaende illegaler Pestizide gefunden. Greenpeace erstattete Strafanzeige gegen die Vorstaende der Handelsketten und fordert fuer die Verantwortlichen die Aberkennung des Gewerberechts.

"Das Treiben des Lebensmittelhandels gefaehrdet die Gesundheit der Verbraucher. Minister Horst Seehofer und die Verbraucherminister der Laender muessen diese Missstaende schnellstens beseitigen und die Kontrollen erheblich verbessern", fordert Krautter.

Fuer den Test hat Greenpeace im vergangenen Herbst 576 Obst- und Gemueseproben bei den fuehrenden Supermarktketten gekauft. Äpfel, Trauben, Pfirsiche/Nektarinen, Mangos/Papayas, Tomaten, Paprikas, Kopfsalate und Rucola aus konventionellem Anbau wurden auf 250 Pestizide untersucht. Die getesteten Unternehmen decken ueber drei Viertel des deutschen Lebensmittelmarktes ab. Lidl ist vom letzten Platz auf den ersten aufgerueckt, nachdem der Umsatz des umstrittenen Konzerns nach dem Greenpeace-Test von 2005 eingebrochen war.

Quelle: http://www.greenpeace.org

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