Greenpeace baut Arche Noah auf dem Berg Ararat (16.05.2007 14:42 Uhr)
Greenpeace baut Arche Noah auf dem Berg Ararat
Schiff auf dem biblischen Berg soll vor neuer Klimakatastrophe warnen
Istanbul / Hamburg, 16.05.07 - Sie haben bereits begonnen - die Bauarbeiten fuer eine neue Arche Noah auf dem Ararat. Mit einem zehn mal vier mal vier Meter grossen Schiff aus Holz in 2.500 Meter Hoehe ruft Greenpeace zu mehr Klimaschutz auf. Die Umweltorganisation will die Fuehrer aller Nationen kurz vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm eindringlich ermahnen, dass der Menschheit nicht mehr viel Zeit bleibt, um eine fuer alle verheerende Klimakatastrophe noch zu verhindern.
"Wir stehen kurz vor einer zweiten Sintflut. Aber es ist noch nicht zu spaet. Wenn alle Staaten dieser Erde, allen voran die Industrielaender, eine Trendwende fuer den Klimaschutz einleiten, kann die Katastrophe abgewendet werden", so Andree Boehling, Energie-Experte von Greenpeace. Der Bericht des UN-Klimarats hat gezeigt, wie bedrohlich die Lage ist. "Die Politiker muessen endlich ihrer Verantwortung gerecht werden und duerfen nicht weiter zusehen, wie die Welt in Fluten, Stuermen und Ueberschwemmungen unterzugehen droht, wie hunderttausende von Menschen ihre Heimat verlieren, Tiere und Pflanzen aussterben und sich Krankheiten und Duerren ausbreiten."
Nach Meinung der Umweltorganisation muessen sich allen voran die Industrienationen auf verbindliche Reduktionsziele fuer ein Kyoto-Nachfolgeprotokoll verpflichten und weltweit eine Energierevolution einleiten. Die Treibhausgase muessen in den G8-Staaten bis zum Jahr 2020 um durchschnittlich 30 Prozent und bis zur Mitte des Jahrhunderts um 80 Prozent gegenueber 1990 reduziert werden. "Auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm muessen den vielen leeren Versprechungen auch endlich Taten folgen", so Boehling. Vor allem die USA muessen als weltgroesster Verursacher von Treibhausgasen ins Boot geholt und zu konkreten Minderungszielen bewegt werden. "Bundeskanzlerin Merkel kommt dabei als G8-Gastgeberin und Bush-Freundin eine besondere Rolle zu. Deutschland muss vorangehen und sich zu einer Verminderung seiner Treibhausgase um 40 Prozent ohne Wenn und Aber verpflichten."
Um der Dringlichkeit Ausdruck zu verleihen, hat Greenpeace auf dem Berg Ararat im Osten der Tuerkei mit dem Nachbau der Arche Noah begonnen. Sie ist das Symbol, dass einst ein Mensch die Rettung vor einer drohenden Katastrophe in die Hand nahm und sich, seine Familie und die Tiere vor dem Untergang bewahrte. Fuer den Bau brachte eine Karawane von 40 Pferden zwoelf Kubikmeter im Tal vorgefertigter Holzteile auf 2.500 Meter Hoehe, wo in diesen Tagen mit dem Aufbau von Stuetzen, Kiel und Spanten begonnen wird. In den naechsten Wochen werden 20 deutsche und tuerkische Tischler den Bau des Schiffes vollenden, die spaeter als Berghuette dienen soll. Am 31. Mai soll die Arche feierlich der Oeffentlichkeit, dem Gouverneur der Region Agri und dem Verband tuerkischer Bergsteiger uebergeben werden.
Dabei wird eine Klima-Deklaration verlesen, die die moralische Pflicht der Politiker der Welt zum Klimaschutz anmahnt. Einen Tag vorher appelliert ein Trupp von Kletterern auf dem Gipfel in 5.137 Metern Hoehe an die Fuehrer aller Nationen, Klimaschutz endlich konsequent umzusetzen.
Quelle: http://www.greenpeace.org
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