Wichtige Fakten zur nachhaltigen energetischen Sanierung

energetische Sanierung

Die Heizkosten in Deutschland steigen rapide an. Auch vor dem Ukrainekrieg stiegen diese schon außergewöhnlich stark, was vor allem an der großen Versorgungsunsicherheit lag. Die Gasspeicher Deutschlands waren zwischenzeitlich nur um ein Viertel ihrer Kapazität gefüllt und dazu kamen politische Unruhen. Der Ukrainekrieg hat die Preise für Öl und Gas nun noch weiter nach oben steigen lassen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar sind zum Anfang des Ukrainekrieges die Gaspreise schon um 114 % gestiegen.

Gasmarkt bleibt weiter unsicher

Wie die Gaspreise sich in Zukunft noch entwickeln werden, ist sehr ungewiss. Dazu kommen verschiedene Szenarien: Ein Öl-Embargo ist in abgeschwächter Form schon beschlossen, der deutsche Markt kann die Lieferungen aber durch Importe aus anderen Ländern decken. Bei Gas ist die Situation wesentlich schwieriger: einerseits wird über ein Gas-Embargo nachgedacht, andererseits könnte auch Russland die Gasexporte einstellen. Bei beiden Szenarien würden die Gaspreise weiter steigen.

Heizkosten senken

Obwohl Haus- und Wohnungsbesitzer nichts an den Gas- und Ölpreisen ändern können, gibt es verschiedene Stellschrauben, über die Einfluss auf die Heizkosten genommen werden kann. Je nachdem wie die Bausubstanz ist, oder sogar neu gebaut wird, können die Heizkosten drastisch gesenkt werden und mit verschiedenen Lösungen auch komplett unabhängig von fossilen Energieträgern umgerüstet werden. Am Ende muss man in seinen eigenen vier Wänden nicht frieren, um die Heizkosten niedrig zu halten, es sind aber mitunter große Investitionen nötig. Der Staat und vor allem auch die Länder unterstützen gerade bei energetischen Sanierungen und dem Ausbau von erneuerbaren Energien, die KfW bietet günstige Kredite an.

Energetische Sanierung

Außenfassade, Türen und Fenster

Eine der umfassendsten Umbauten ist die Dämmung der Außenfassade. Damit soll erreicht werden, dass die Wärme aus dem Gebäude nicht mehr so ohne Weiteres entweichen kann, also weniger geheizt werden muss. Noch vor wenigen Jahrzehnten waren die Gebäude aufgrund von fehlenden, oder zu teuren Dämm-Materialien nahezu nicht gedämmt und warme Luft und Feuchtigkeit entwichen vor allem über Fenster und Dach. Inzwischen wird eine innovative Wärmedämmung an der Außenfassade angebracht, gleichzeitig kann vor allem der Einbau von neuen Fenstern die Heizkosten stark senken. Mit der Anbringung moderner und gängiger Systeme kann so schnell 89 % weniger Wärme entweichen. Diese Maßnahmen lohnen sich besonders dann, wenn die Außenfassade sowieso saniert wird, die meisten anfallenden Arbeiten bei der Anbringung der Wärmedämmung fallen dabei sowieso an.

Heizungssystem modernisieren

Mit der Modernisierung des Heizungssystems kann das Haus sogar komplett unabhängig von Gas und Öl gemacht werden. Die hohen Heizkosten sind momentan vor allem auf die hohen Kosten für die Energieträger Gas und Öl zurückzuführen. Eine neue Heizungsanlage ist aber nicht immer nötig, allein die Umstellung auf eine moderne Gasheizung mit Brennwerttechnik macht die Heizung schon um bis zu 30 % effizienter. Die Kopplung mit einer Solarthermie Anlage lässt den Gasverbrauch noch einmal stark sinken. Bei sonnigen Stunden wird das Brauchwasser so nur mit der Sonnenenergie auf 60 °C geheizt und die Heizung mitversorgt. Möchte man auf einen nachwachsenden Brennstoff setzen, kann direkt eine Holzpellet-Heizung verwendet werden. Der nachwachsende Rohstoff ist deutlich nachhaltiger als Gas oder Öl. Eine Wärmepumpe nutzt dagegen sogar 75 % der Energie aus ihrer Umwelt, die restlichen 25 % werden dann elektrisch betrieben. Nach einer Studie des Fraunhofer ISE lohnt sich die Installation auch in Bestandsgebäuden.

Erneuerbare Energien auf dem Dach

Mit Photovoltaik Anlagen kann nicht nur Warmwasser für Heizung und Dusche bereitgestellt werden, mit einer großen Anlage und Energiespeichern kann sogar 70 % und mehr des Strombedarfs über Sonnenenergie gedeckt werden. Gerade die Wärmepumpe wird dadurch extrem effizient und das Haus ist nicht nur unabhängig von unsicheren Gaspreisen, auch die stark steigenden Strompreise können damit ausgeglichen werden. Die Bundesregierung plant gerade die Photovoltaik massiv auszubauen, bis 2030 möchte man mithilfe von erneuerbaren Energien 80 % des Strombedarfs decken. Die beiden Säulen dafür sind sowohl die Photovoltaik als auch die Windenergie.

Förderungen vom Staat, Land und Kommunen

Gerade energetische Sanierungen werden stark von vielen Stellen gefördert. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beispielsweise fördert Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung mit 20 % der förderfähigen Ausgaben. Sie sind pro Kalenderjahr und Wohneinheit auf 60.000 € gedeckelt, die Maßnahmen können also auch über mehrere Jahre gestaffelt werden. Die KfW bietet bei Gebäudesanierungen auf Basis eines Referenzhauses günstige Kredite und bei manchen Maßnahmen wie der Installation einer Photovoltaikanlagen sogar die Vollfinanzierung. Bei der Photovoltaik hat nun auch die Bundesregierung mit dem Osterpaket größere Fördergelder ausgeschüttet, so wird die Einspeisevergütung bei Volleinspeisung verdoppelt. Kommunen und Bundesländer schreiben Fördergelder aus, die sich meist aber aus einem Fördertopf finanzieren. Ist dieser geleert, werden auch keine neuen Förderanträge mehr angenommen. Wichtig bei Fördergeldern und Baukrediten ist die frühzeitige Inanspruchnahme. Wird erst mal mit den Modernisierungsmaßnahmen begonnen, können keine Fördergelder mehr beantragt werden.

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