Wann sollten man Kinder “aufklären”?

Aufklärung bei Kindern

In Zeiten von Internet kommen die Eltern bei der Aufklärung ihrer Kinder oft zu spät. Um die Kinder richtig und gut aufzuklären, ist der richtige Zeitpunkt daher entscheidend. Auch die Art der Aufklärung ist wichtig.

Aufklärung zum richtigen Zeitpunkt

Bereits im Alter von drei oder vier Jahren haben Kinder die ersten Fragen rund um Aufklärung und Sexualität. Spätestens, wenn ein Geschwisterkind unterwegs ist, sind die Fragen sofort da. “Wie kommt das Baby in den Bauch von Mama?”

In diesem Alter ist es wichtig, dem Kind die Fragen spielerisch zu beantworten. Eine komplette Aufklärung sollte allerdings noch nicht erfolgen.

Haben die Kinder ein jugendliches Alter erreicht, werden die Fragen vor allem in Bezug auf Schutz vor Krankheiten und Empfängnisverhütung wichtig. Die Jugendlichen möchten mit ihren Eltern über diese Themen allerdings oft bereits nicht mehr sprechen und holen sich die Informationen daher oft anderswo – bei Freunden oder im Internet.

Somit stellt sich oft die Frage, ob eine Aufklärung heute überhaupt noch notwendig ist. Die Sexualität ist überall präsent und die Kinder haben heutzutage keinerlei Probleme mehr, die Fragen auch ohne ihre Eltern zu beantworten.

Trotzdem stellen die Kinder mit einem gewissen Alter einfach Fragen und die müssen dann richtig beantwortet werden. Viele Eltern sind sich unsicher, was ihre Kinder im welchen Alter wissen müssen.

Weitere Informationen zum Thema: Der richtige Zeitpunkt für die Aufklärung

Im Kindergartenalter werden die ersten Fragen durch ihre Kinder gestellt werden. Beispielsweise nach den OBs der Mutter oder warum die Eltern zusammen in einem Bett schlafen. Die Neugier des Kindes sollte immer ernst genommen werden und die Fragen altersgerecht beantwortet werden.

Wichtig ist dabei, dass beim Kind die Botschaft ankommt, dass seine Fragen ernst genommen und beantwortet werden. Das Kind sollte lernen, dass es seine Eltern überall und alles Fragen darf.

In diesem Alter ist es auch wichtig, dem Kind ein körperliches Selbstwertgefühl zu vermitteln. Denn nur so kann ein Kind lernen “nein” zu sagen und sich vor Gefahren zu schützen.

Bei der Körperpflege sollte dem Kind gezeigt werden, wie es seinen Intimbereich selbst waschen kann. Da sicherlich auch im Kindergarten die sogenannten Doktorspiele beginnen werden, sollte das Kind über den eigenen Körper Bescheid wissen und die Begriffe “Penis” oder “Scheide” kennen.

Spätestens in der Grundschule werden Kinder durch ältere Kinder, aus dem Fernsehen oder aus dem Internet sexuelle Inhalte kennen. Damit das eigene Kind nicht dadurch verunsichert wird, sollte es bis zu diesem Alter wissen, wie ein Kind entsteht. Am besten sollte dies mit altersgerechten Bilderbüchern unterstützt werden. Das Kind erhält so ein gutes Gefühl und wird nicht noch zusätzlich verwirrt.

Wenn das Kind bis zum Schulalter noch keine Fragen gestellt hat, sollte in kleiner Anstoß gegeben werden. Oft trauen die Kinder sich nicht von selbst, dieses Thema anzusprechen.

Das Kind sollte aber keinesfalls dazu gedrängt werden, wenn es noch nicht bereit dazu ist. Ansonsten könnten negative Gefühle damit verbunden werden.

Empfängnisverhütung und Schutz vor Krankheiten

Spätestens wenn das Kind sich in der Vorpubertät befindet und geschlechtsreif wird, sollten diese Themen unbedingt angesprochen werden. Als Eltern sollten Sie sich nicht darauf verlassen, dass das Kind schon darüber Bescheid weiß. Stattdessen sollte selbstständig das Gespräch mit dem Kind gesucht werden, auch wenn dies vielleicht peinlich ist. Davon sollte man sich als Elternteil allerdings nicht abbringen lassen.

Ein Kind sollte zu diesem Zeitpunkt wissen, wie eine Empfängnis verhütet werden kann und wie es sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen kann. Das Ganze sollte natürlich kindergerecht vermittelt werden.

Es sollte keinesfalls abgewartet werden, bis es vielleicht zu spät ist. Diese Themen müssen rechtzeitig angesprochen und ehrlich und kindgerecht erklärt werden.

Können Medien die sexuelle Aufklärung durch die Eltern ersetzen?

Viele Eltern finden sexuelle Aufklärung heutzutage überflüssig. Durch Medien (TV, Social Media, Online-Magazine, etc.) erfährt das Kind ohnehin alles, auch ohne die Eltern zu fragen.

Das Darstellen von Sexualität ist in den Medien allerdings nicht immer so, wie ein junger Mensch sie zuerst kennen lernen sollte. Wirklich aufgeklärt werden sie dadurch auch nicht, denn die Darstellung spiegelt die Welt der Erwachsenen wieder. Diese verstehen die Kinder oft noch gar nicht. Die Darstellung von Sexualität im Fernsehen ist oft auch nur eine Inszenierung für einen Film oder Ähnliches.

Die Aufklärung durch die Eltern sollte daher auch in der heutigen Zeit keinesfalls vernachlässigt werden und ist für eine gesunde Entwicklung der Sexualität Ihres Kindes sehr wichtig. Sie sollten sich daher nicht vor diesem Thema scheuen, das wäre nur zum Nachteil Ihres Kindes.

Gehen Sie das Thema daher zusammen als Eltern zum richtigen Zeitpunkt an. Auch wenn viele Eltern sich davor scheuen, so ist es doch eine natürliche Sache, die dem Kind nur richtig vermittelt werden muss.

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