Was ist Galactose und was sollte man darüber wissen?

Galactose

Galactose ist eines der vielen Kohlenhydrate, die einen großen Einfluss auf das Funktionieren des menschlichen Körpers haben. Dieser Zucker ist in vielen tierischen und pflanzlichen Produkten enthalten, und ein Übermaß an ihm kann zu gefährlichen Gesundheitsstörungen führen. In welchen spezifischen Lebensmitteln ist Galactose enthalten? Welche Verwendungszwecke gibt es? Was sind die Symptome der Galaktosämie und was sollte bei der Ernährung vermieden werden, wenn man daran leidet?

Was ist Galactose?

Galactose ist eine organisch-chemische Verbindung aus der Gruppe der Einfachzucker (Monosaccharide), die Aldohexose. Seine Summenformel lautet C6H12O6. Dieser Einfachzucker ist ein Bestandteil der Laktose, der Melobiose, der Raffinose und ein Teil der Polysaccharide, aus denen Schleimstoffe und Pektine bestehen, sowie ein Strukturelement bestimmter Glykoside.

Galactose ist selten in freiem Zustand zu finden. Es ist an Eiweiß und Fett gebunden. Im menschlichen Körper kann es in Glukose umgewandelt werden und in dieser Form in den Prozess der Glykolyse eingehen. Es wird auch in der Milchdrüse synthetisiert und zu Laktose, einem Milchzucker, weiterverarbeitet.

In ihrer freien Form kommt D-Galactose in einigen pflanzlichen Organismen vor. Sein Vorkommen wurde in Efeu- und Sojabohnensamen sowie in Baumholz und roter Ulmenrinde beobachtet. Im menschlichen Körper wird D-Galaktose in D-Glukose umgewandelt.

L-Galactose hingegen ist in Leinsamen und Maisstängeln enthalten. Es ist auch ein Bestandteil von Agar-Agar, einer Geliersubstanz, die Vegetariern und Veganern gut bekannt ist. Sein Hauptbestandteil ist ein Zucker, der für den Menschen schwer verdaulich ist – Galactose. Agar-Agar quillt in kaltem Wasser auf, löst sich bei etwa 90-100 °C gut in Wasser und erstarrt bei 40-50 °C zu einer Art Gel.

Auswirkungen von Galactose auf den menschlichen Körper

Galactose wird im Verdauungstrakt absorbiert und reichert sich im Blut und Urin an. Die Freisetzung dieses Zuckers erfolgt bei der Verdauung von Laktose. Es kann in Glukose umgewandelt werden und somit am Prozess der Glykolyse teilnehmen. In diesem Zyklus findet einer der Schritte zum Abbau von Glukose statt. Es versorgt den menschlichen Körper mit der Energie, die er für zahlreiche Stoffwechselvorgänge in den Zellen benötigt.

Welche Funktionen hat dieser natürliche Einfachzucker?

Dieser einfache Zucker hat sehr wichtige Ernährungsfunktionen im menschlichen Körper. Es ist in erster Linie ein Kalorien- und Energielieferant sowie ein Bestandteil von Glykoproteinen und Glykolipiden. Außerdem hat das Monosaccharid eine antiseptische Wirkung und beseitigt gefährliche Krankheitserreger. Der menschliche Körper kommt daher nicht ohne sie aus.

Quellen und Vorkommen

Monosaccharide sind Kohlenhydrate, die nicht in kleinere Untereinheiten zerfallen. Das beschriebene Monosaccharid ist hauptsächlich in der Milch von Säugetieren und somit auch in der Milch stillender Mütter enthalten. Vom Moment der Geburt an spielt sie eine wichtige Rolle im Leben des Menschen. Er liefert die notwendigen Kalorien und damit die für die Entwicklung erforderliche Energie. Aufgrund der Verbindung dieses einfachen Zuckers mit dem Milcheiweiß Kasein ist Galactose in jedem Milchprodukt enthalten. Darüber hinaus findet man es auch in:

  • Nüsse (z. B. Erdnüsse)
  • Getreide
  • bestimmte Gemüsesorten (z. B. Paprika, Tomaten)
  • Hülsenfrüchte (z. B. Bohnen, Erbsen, Kichererbsen)
  • Knollen
  • zubereitete Lebensmittel (z. B. Mayonnaise, Ketchup)
  • tierische Innereien
  • bestimmte Früchte (z. B. Feigen, Melonen)

Gibt es Nebenwirkungen?

Ein geringer Konsum von Einfachzucker führt nicht zu unerwünschten Reaktionen im Körper. Seine übermäßige Einnahme wird jedoch mit schwerwiegenden Störungen des menschlichen Systems in Verbindung gebracht. Ein solcher Zustand wird als Galaktosämie bezeichnet. Es handelt sich um eine äußerst seltene Erkrankung, die einen viel schwereren Verlauf als die Laktoseintoleranz hat.

Galaktosämie – Merkmale und Aufschlüsselung

Galaktosämie ist eine autosomal rezessiv vererbte genetische Störung, die dazu führt, dass der menschliche Körper Galactose nicht dissimilieren (abbauen) kann. Vier wichtige Enzyme sind an der Umwandlung in Glukose beteiligt, darunter Uridyltransferase und Galaktokinase. Kommt es zu einem Mangel an einem der Enzyme im Körper, entsteht eine Pathologie.

Galaktosämie wird in vier Typen unterteilt:

  1. Typ I aufgrund eines Mangels an Uridyltransferase
  2. Typ II aufgrund eines Mangels an Galaktokinase
  3. Typ III, verursacht durch Mutationen in dem Gen, das für die Galaktose-Epimerase kodiert
  4. Typ IV, verursacht durch Galaktose-Mutarotase-Mangel

Fehlt das erstgenannte Enzym in ausreichender Menge, kommt es zur schwersten und schwersten Form der Galaktosämie. Im Gegensatz dazu ist Typ III dieser Krankheitseinheit durch die mildesten Symptome gekennzeichnet.

Wenn die notwendigen Enzyme nicht an der Verarbeitung von Galactose beteiligt sind, reichert sie sich im Körper des Patienten in übermäßigen Mengen im Blut an. In den Geweben wird dieser Zucker zu Galaktit (Zuckeralkohol) abgebaut, der keinen weiteren Stoffwechselprozessen unterliegt. Dies steht im Zusammenhang mit seiner Anreicherung in den Zellsystemen, die die direkte Ursache für einen erheblichen Anstieg des osmotischen Drucks ist.

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