Ökobilanz von Elektroautos: Wie nachhaltig sind die Fahrzeuge von Tesla?

Ökobilanz Tesla E-Fahrzeug

Viele denken, es ist ganz einfach: Elektroautos, wie das Model 3, Model S oder Model X von Tesla sind gut für die Umwelt. Sie stoßen eben keine Abgase aus und gelten daher als umweltfreundlich. Diese Denkweise führt dazu, dass die weltweite Akzeptanz der Kunden gegenüber Elektroautos wächst. Das schlägt sich auch in Mietstatistiken nieder. Immer mehr Verbraucher mieten sich lieber einen Tesla, als ein Fahrzeug mit konventionellem Verbrennungsmotor.

Allerdings ist diese Aussage allgemein und pauschal. Es gilt zu beachten, dass auch der Strom für Elektroautos, egal ob es sich um einen Tesla handelt oder ein anderes E-Fahrzeug irgendwo herkommen muss. Generell verfügen Elektroautos über ein grünes Image und stehen stellvertretend für die schon lange propagierte Verkehrswende in Deutschland. Sie haben ja keinen Auspuff und stoßen keine Emissionen aus. Eigentlich ganz einfach! Mit einer zunehmenden Veränderung der Energiewende wandelt sich auch die Belastung für die Umwelt. Ist ein Elektroauto wirklich so umweltfreundlich, wie propagiert? Worauf ist hier zu achten?

Der Strommix und die Ökobilanz

Auch wer auf Ökostrom baut, lädt sein Fahrzeug in der Regel ausschließlich mit dem deutschen Strommix auf. Dieser enthält selbst im Jahr 2020 noch etwa zwanzig Prozent Strom, der aus Braun- und Steinkohlekraftwerken kommt. Wird aus Kohle Strom hergestellt, wird so viel CO2 freigesetzt, wie sonst bei keinem anderen Rohstoff. So fallen im Vergleich zu Wind- und Wasserkraft mehr als einhundert Mal so viele Äquivalente an Kohlendioxid an. Erst wenn 100 Prozent regenerativer und erneuerbarer Strom verwendet werden kann, wird sich auch die CO2 Bilanz bei Elektrofahrzeugen verbessern. Es gilt der Grundsatz, je grüner und nachhaltiger die Erzeugung von Strom ist, umso umweltfreundlicher ist auch die Bilanz von Elektroautos. Somit hängt die Ökobilanz elektrisch betriebener Fahrzeuge ausschließlich vom Mix ab, der zum Laden verwendet wird.

CO2-Bilanz von Elektroautos dennoch besser als vermutet

Seit 2019 zeugt der zunehmende Ausbau erneuerbarer Energien Wirkung. Windenergie ist im Strommix Deutschlands mittlerweile der größte Lieferant. Auch Solarenergie ist in der Lage, in Spitzenzeiten so viel Energie zu liefern, wie alle übrigen Anlagen zusammen. Somit hängt auch die Umweltfreundlichkeit von Elektroautos davon ab, wie schnell der Fortschritt zu einem Strommix aus Ökostrom voranschreitet und wie schnell Kohlekraftwerke stillgelegt werden. Es verwundert daher nicht, dass Elektroautos im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren dennoch deutlich weniger Treibhausgase ausstoßen (Quelle: rent-a-tesla.com).

Minderung der Ökobilanz von Elektroautos durch seltene Rohstoffe

Bei der Ökobilanz von Elektroautos spielt jedoch nicht nur der Strommix für deren Antrieb eine Rolle. Zu beachten sind auch die notwendigen Rohstoffe, um ein solches Fahrzeug herzustellen. Dies gilt für die Fabrikation des Fahrzeugs selbst sowie seines Akkus. Insbesondere der Akku, der den Elektromotor mit Energie versorgt, sind zahlreiche ganz spezielle Rohstoffe notwendig. Einige Motoren benötigen sogenannte „Seltene Erden“, wie Neodym oder Dysprosium. Diese Rohstoffe lassen sich wiederum nur sehr schwer und mit großem Aufwand gewinnen. Bei ihrer Gewinnung falle zudem giftige und radioaktive Rückstände an.

Fahrzeuge ohne seltene Erden

Allerdings gibt es mittlerweile viele Elektromotoren, die diese seltenen Erden nicht benötigen. Hierzu gehören die Tesla Modelle S und X, der Renault Zoe sowie der Audi e-tron quattro.

Keine einheitlichen Studien

Trotz vieler Studien gibt es derzeit noch keine einheitliche Berechnung der Ökobilanz von Elektroautos. Sämtliche Untersuchungen wenden verschiedene Methoden, Faktoren und Grundlagen an. Häufig basieren die Untersuchungen auf veralteten Zahlen und der zu geringen Berücksichtigung erneuerbarer Energien im Strommix. Daneben wird von einer kurzen Batterielebenszeit und von unrealistischen Annahmen bezüglich des Energieverbrauchs ausgegangen. Führend sind die aktuelle Studie der Technischen Universität Eindhoven und eine Studie, die vom Schweizer Bundesamt für Umwelt in Auftrag gegeben wurde.

Viel Spielraum nach oben

Nach einer Studie des Bundesumweltministeriums aus 2017 sind die CO2-Emissionen bei einem Elektroauto bereits heute 16 Prozent geringer als bei anderen Fahrzeugen. Geplant ist, bis 2025 die Emissionen sogar um mindestens 32 Prozent niedriger ausfallen zu lassen. Eine bessere Ökobilanz von Elektroautos lässt sich durch einen höheren Anteil erneuerbarer Energien, eine längere Lebensdauer und eine effizientere Herstellung der Batterien erzielen. In Japan wird gegenwärtig sogar eine Batterie entwickelt, deren Energieverbrauch bei der Herstellung 60 Prozent niedriger ist, als üblich. Die Reichweite von Elektroautos werden immer größer. Hinzu kommt die verbesserte Infrastruktur für Elektromobilität. Es entsteht nicht nur ein flächendeckendes Netz von Ladesäulen, sondern ganze Solarstraßen und -teppiche.

Bessere Klimabilanz von Elektroautos

Eine 2019 vom Heidelberger ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung in Auftrag gegebene Studie zur Klimabilanz bestätigte, dass in allen Fällen Elektroautos während ihres Lebensweges gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor über einen Klimavorteil verfügen. Die Tendenz geht sogar in den nächsten Jahren zu noch klimafreundlicheren Fahrzeugen. Ursachen hierfür sind effiziente Herstellungsprozesse bei den Batterien, eine höhere Energiedichte sowie die zunehmende Verwendung von Ökostrom bei der Herstellung der Batterien. Die Experten gehen zudem davon aus, dass auch der Strom in den nächsten Jahren zunehmend aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt wird.

Die Tesla-Modelle 3, S und X aber auch andere Elektroautos sind schon jetzt besser für die Umwelt, als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Zunehmendes Umweltbewusstsein, die Bereitschaft Verantwortung zu tragen und der technische Fortschritt, werden dafür sorgen, dass Elektroautos in den kommenden Jahren noch umweltfreundlicher werden als sie schon sind.
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